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Zum Thema "Grüne Finger": An das Klima angepasste Stadt

Sommer in der Stadt kann leicht und beschwingt sein: Draußen sitzen im Café, lässig durch die Straßen flanieren, einem Straßenmusikanten lauschen. Oder schwer und bedrückend: Schwül-heiße, schmutzige Luft steht in den Straßen, Starkregen lässt die Kanalisation überlaufen und flutet die Straßen. In Hitzeperioden ist es wie in einem Backofen, und man sehnt sich nach einem kühlen, entspannten Ort. Städte stehen angesichts der Klimakrise vor großen Herausforderungen: Wie können sie vor Überflutungen geschützt werden und wie können die Hitzetage darin erträglicher gemacht werden? Welche Weichen müssen Politik und Stadtplanung jetzt stellen? Was können die Bürgerinnen und Bürger tun?

In diesem Sommer zeigen die massiven Zerstörungen, die Wassermassen und Erdrutsche in Rheinland-Pfalz und NRW auslösten, wie schwer die Folgen der Erderhitzung auch hierzulande sind. Weil sich der Planet erhitzt, ist das bislang gewohnte Wetter aus dem Takt. Sowohl Tiefs als auch Hochs verharren länger in einer Region, weil sich die Winde in zehn Kilometer Höhe, die die Hochs und Tiefs verschieben, bereits abgeschwächt haben. Ursache dafür: Die Arktis hat sich schneller erwärmt als der Rest des Planeten, das Temperaturgefälle hat abgenommen und lässt den Jetstream schwächeln. Deshalb müssen wir uns einstellen auf abwechselnd heiße Sommer mit Dürre und Sommer mit Sturzregen und Überflutungen.

In Osnabrück könnte die Hitze in der Stadt bald weiter zunehmen. Das befürchtet Marita Thöle. Die 69 Jahre alte Projektentwicklerin radelt gerne mit ihrem Fahrrad auf schmalen Wegen durch Kleingartenkolonien, Felder und einen kleinen Wald, die in ihrer Heimatstadt nahe ihrem Haus liegen. Thöle fand hier jahrelang Erholung. Doch jetzt ist sie beunruhigt. Es gibt Pläne, den weiten Landschaftszug, der vom Umland bis in die Stadt hineinreicht, zu bebauen – mit großen Sportanlagen für den Profi-Fußballverein VfL Osnabrück und einer Wohnsiedlung. Marita Thöle hat deshalb eine Bürgerinitiative gegründet. »Ich möchte das Stadtklima schützen«, sagt sie, um zu begründen, warum sie sich noch einmal in eine harte politische Auseinandersetzung wirft. In einem Bündnis von Initiativen und Vereinen für Klima- und Umweltschutz, den Grünen und Wählervereinigungen will sie die Bebauung verhindern. Im September sind in Niedersachsen nicht nur Bundestags-, sondern auch Kommunalwahlen. Danach wird der Rat der Stadt entscheiden.

Klug handelnde Akteure in Städten und Kommunen wissen, was sie angesichts der Klimakrise zu tun haben: so viele offene Flächen wie möglich bewahren oder durch Entsiegelung von Straßen und Plätzen neu schaffen. Osnabrück im Nordwesten Deutschlands hat da eigentlich etwas, um das andere Städte sie beneiden. Bereits zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts entwickelten vorausschauende Stadtplaner die »grünen Finger«. Das sind zehn Grünflächen und landwirtschaftlich genutzte Flächen, die vom Umland bis nahe an die Innenstadt reichen. Sie wirken als Schneisen, die kühlere Luft in die Stadt bringen. Auf den Wiesen und Feldern kann Regenwasser versickern. Würden die Bäche dort renaturiert und ihnen ihr ursprünglicher Verlauf und wieder mehr Platz gegeben, könnten auch sie mehr Wasser aufnehmen und in Auen kühle Luft spenden. Aber seit vielen Jahren werden die grünen Finger in Salamitaktik beschnitten, verkleinert und mit Industrie-, Gewerbe- und Wohngebäuden bebaut. Man verscheuere dabei »das Tafelsilber der Stadt«, sagt Hubertus von Dressler, der an der Hochschule Osnabrück das Forschungsprojekt »Grüne Finger für eine klimaresiliente Stadt« leitet.

In der Stadt Frankfurt am Main dagegen hat man die Zeichen der Zeit offenbar erkannt. Bereits seit mehreren Jahren verfolgt man die Strategie, die dicht bebaute Großstadt an die Klimakrise anzupassen. Die Gebäude, die aufwendige, teure städtische Infrastruktur und vor allem Gesundheit und Leben der Bewohner werden so besser geschützt.

Was hat Frankfurt richtig gemacht? Damit kühle Luft strömen, der Boden Regenwasser aufnehmen und Büsche und Bäume Verdunstungskühle abgeben können, wurden Asphalt und Beton aufgebrochen. Im Osten der Stadt, wo früher der Hafen war, schuf man den Hafenpark. »Es gibt sichtbare Veränderungen«, sagt Hans-Georg Dannert, der den Fachbereich für Stadtklima und Klimaanpassung im Umweltamt der Stadt leitet. Auf einer Fläche von immerhin vier Hektar kann man sich im Park auf Wiesen und unter Bäumen erholen. Die Wege haben einen offenporigen Belag. Das ist angenehm zum Gehen oder Joggen und lässt Regen versickern, anstatt ihn in die städtische Kanalisation zu leiten. Durch den Hafenpark zieht nachts kühlere Luft, vom Main kommend, in Richtung Innenstadt.

»Wir fördern und fordern«, sagt Stadtplaner Dannert und spricht damit die privaten Eigentümer von Immobilien an. Frankfurt ist sehr dicht bebaut. Will die Stadt trotz Klimakrise ihre Lebensqualität bewahren, muss sich auch direkt an Häusern und Grundstücken etwas verändern. Mit dem Programm Frankfurt frischt auf fördert die Stadt die nachträgliche Begrünung von Fassaden, Errichtung von Gründächern und Entsiegelung von Innenhöfen und Zufahrten. Sie übernimmt dafür die Hälfte der Kosten, maximal 50 000 Euro. Wer einen Neu- oder Umbau plant, für den eine Baugenehmigung nötig ist, bekommt diese nur dann, wenn mindestens ein Viertel der Fassade begrünt und Teile des Hofes versickerungsfähig sind. Denn grüne Dächer speichern Regenwasser und heizen sich an Hitzetagen kaum auf. Pflanzen an der Fassade schützen ebenfalls vor Überhitzung und geben zusätzlich Verdunstungskühle an die Umgebung ab.

Aber auch in Frankfurt gibt es scharfe Konflikte um Land. Die Stadt plant ein Neubaugebiet oberhalb des Günthersburgparks, dem Gärten zum Opfer fallen würden, und entlang der Autobahn A 5, wogegen sich erheblicher Widerstand regt. Denn auch dort werden Frischluftschneisen beschnitten und landwirtschaftliche Flächen, auf denen Regenwasser versickern kann, versiegelt. Immerhin: Seinen Grüngürtel, ein weiter Ring von freien Landschaftsräumen um die Stadt, hat Frankfurt vorausschauend schon vor dreißig Jahren gesichert. Da erklärte man den Grüngürtel zum Landschaftsschutzgebiet, und seitdem darf dort, immerhin auf einem Drittel des Stadtgebiets, nicht mehr gebaut werden. Eine solche kluge Stadtplanung wollen auch die Bürgerinnen und Bürger von Osnabrück. Deshalb veranstalten Marita Thöle und viele andere Aktionswochen, organisieren ein Klimacamp und engagieren sich im Wahlkampf in der Stadt für ihre grünen Finger. Denn die Klimakrise wartet nicht, bis auch noch der letzte Lokalpolitiker aufwacht.

Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht in Publik-Forum 15/2021 vom 06. August 2021. Mit freundlicher Genehmigung der Autorin Gunhild Seyfert

Das Bild überließ uns Angela von Brill.

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