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Bachmuschel (Unio crassus) - Bestandssituation 10 Jahre nach Teilverlegung eines Baches westlich von Friedrichshafen (Baden-Württemberg)
dem B 31-Zubringer in der laubfreien Zeit 2024. Im Bildvordergrund ist der Gehölzbestand lückig, im weiteren
Verlauf der Verlegungsstrecke aber deutlich dichter.
Arno Schwarzer und Jürgen Trautner
Ein Abschnitt des Mühlbachs bei Friedrichshafen war Im Rahmen des Neubaus der Bundesstraße B 31 verlegt wurden. Dieser beherbergte eine Teilpopulation der Bachmuschel (Unio crassus). Über Planung, Bachverlegung, die damit verbundene Muschelumsiedlung und die Entwicklung bis zum Jahr 2020 für ausgewählte Gewässerabschnitte wurde bereits an anderer Stelle ausführlich berichtet. Die vorliegende Publikation gibt einen kurzen Rückblick und stellt dann Vorgehen und Ergebnisse der Abschlussuntersuchung zum Projekt im Jahr 2024 dar. Bachverlegung und Muschelumsiedlung (2013-2014) waren gut verlaufen und der Muschelbestand hatte sich bei Stichproben in ersten Folgejahren im oberstromigen Einsetzungsbereich vital gezeigt. Infolge von Extremwitterung des Jahres 2018 war es dort allerdings zu einer drastischen Bestandsreduktion gekommen. Für den verlegten Bachabschnitt ergab sich schon in den ersten Jahren eine strukturell günstige Entwicklung und eine erfolgreiche Eigenbesiedlung durch die Bachmuschel. Die Situation rund 10 Jahre nach Durchführung der Maßnahme zeigt, dass eine starke Verlagerung der Muschelpopulation und ein Bedeutungswandel der Gewässerstrecken stattgefunden hat. Der inzwischen durch Trockenfallen stark betroffene Abschnitt mit ehemals sehr großem Bestand oberhalb der Verlegungsstrecke hat aktuell kaum noch eine Bedeutung. Demgegenüber wurde ein zufließender Bachabschnitt offenbar neu besiedelt und eine Strecke des Unterlaufs hat deutlich an Bedeutung gewonnen. Der verlegte Bachabschnitt ist fast durchgehend in geringer Dichte mit Bachmuscheln besiedelt. Abgesehen von eingeschwemmten Alttieren ≥ 9 Jahren entspricht dort die Altersverteilung der gefundenen Tiere einer Normalverteilung. Die häufigsten Tiere sind junge Adulte. Auch Jungtiere < 4 Jahre konnten nachgewiesen werden, was eine vitale Teilpopulation mit guter Altersstruktur belegt. Auf weitere Aspekte, insbesondere auch weitere vorgeschlagene Maßnahmen, den Nitratgehalt sowie den potenziellen Einfluss der begleitenden Vegetation entlang der Gewässerabschnitte, wird eingegangen.
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