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Flüsse: Zu wenig Schutz im Schutzgebiet

Rhein-Altarm bei Speyer

Matthias Schreiber

In einer Pressemitteilung vom 17.12.2025 der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung auf die geringe Wirksamkeit von Schutzgebieten für Flussökosysteme aufmerksam:

„Von Europas Naturschutzgebieten profitieren Flussökosysteme bislang nur begrenzt, zeigt eine neue Studie unter Leitung der Senckenberg-Forschenden Dr. James S. Sinclair und Prof. Dr. Peter Haase. Das internationale Forschungsteam untersuchte den Zustand von Flüssen an über 1.700 Stellen in zehn europäischen Ländern über einen Zeitraum von fast vier Jahrzehnten. Das Ergebnis: Bestehende Schutzgebiete brachten auch über Jahrzehnte hinweg nur in wenigen Fällen messbare Verbesserungen. Um Flüsse nachhaltig zu schützen, sollten Schutzkonzepte ganzheitlicher gedacht werden und Land- wie Gewässerlebensräume gleichermaßen berücksichtigen, so die Forschenden.

Der Verlust der Artenvielfalt schreitet weltweit voran. In den vergangenen Jahrzehnten wurden umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, darunter Gesetze und Vereinbarungen zur Ausweitung von Schutzgebieten, wie die EU-Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie oder das Kunming-Montreal-Abkommen zum Schutz der Biodiversität. In ausgewiesenen Bereichen wie Nationalparks oder Naturschutzgebieten, an Land und im Meer, wird die menschliche Aktivität eingeschränkt, um die biologische Vielfalt zu erhalten und wiederherzustellen. Aber wie effektiv sind diese Maßnahmen für den Zustand von Flüssen in Europa? Dieser Frage ist ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Senckenberg-Wissenschaftler Dr. James S. Sinclair und Prof. Dr. Peter Haase nachgegangen.

Dazu untersuchten die Forschenden, wie sich die Vielfalt und Zusammensetzung von Flusslebewesen – insbesondere kleiner wirbelloser Tiere wie Insektenlarven und Muscheln – in geschützten und ungeschützten Gebieten entwickelt hat. Diese sogenannten Bioindikatoren zeigen an, wie gesund ein Fluss ist. Das Ergebnis: In den meisten Fällen gab es keinen erkennbaren Unterschied zwischen geschützten und ungeschützten Gewässern. Für bereits hochwertige, also relativ saubere Flüsse, hatte der Schutz kaum messbare Effekte – vermutlich, da diese Gewässer ohnehin wenig belastet sind. Mittelmäßig oder leicht beeinträchtigte Flüsse wiederum konnten durch bestehende Schutzgebiete nur geringfügig verbessert werden. Ausschließlich stark belastete Flüsse profitierten – vorausgesetzt, der Schutz umfasste weite Teile des Einzugsgebiets.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass bestehende Schutzgebiete in Europa für Flüsse und ihre Arten nur begrenzt wirksam sind“, erklärt Erstautor Dr. James Sinclair vom Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. „Nur dort, wo große Teile des Flusseinzugsgebiets geschützt waren, konnten wir Verbesserungen bei der Artenvielfalt und Wasserqualität feststellen. Kleinflächige Schutzmaßnahmen direkt am Ufer reichen offensichtlich nicht aus, um Flüsse wirklich zu entlasten.“

Die Forschenden betonen, dass viele Schutzgebiete ursprünglich für Landökosysteme – etwa Wälder oder Lebensräume seltener Vögel und Säugetiere – ausgewiesen wurden. Flüsse und ihre ökologischen Besonderheiten wurden dabei oft außer Acht gelassen. Schadstoffe oder landwirtschaftliche Einträge außerhalb der Schutzgebiete können so dennoch in die Gewässer gelangen. „Flüsse sind keine isolierten Lebensräume, sondern Teil eines Netzes, das sich weit über die eigentlichen Schutzgrenzen hinaus erstreckt“, betont Prof. Dr. Peter Haase, Letztautor der Studie und Leiter der Sektion Fluss- und Auenökologie am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt. „Wenn wir nur einzelne Abschnitte schützen, aber nicht das gesamte Einzugsgebiet mitdenken, bleibt der Nutzen gering.“

Das Forschungsteam plädiert daher dafür, den Gewässerschutz künftig ganzheitlich zu planen. Statt isolierter kleiner Schutzflächen müsse das gesamte Einzugsgebiet eines Flusses in den Blick genommen werden – von der Quelle bis zur Mündung. Dazu gehören auch Uferzonen, Nebenflüsse und angrenzende Landschaften. „Ein effektiver Schutz von Flüssen gelingt nur, wenn Land- und Wasserökosysteme gemeinsam gedacht und gemanagt werden“, so Sinclair. „Wir müssen die Grenzen zwischen terrestrischem und aquatischem Naturschutz auflösen.“

Die Studie weist außerdem darauf hin, dass viele Schutzgebiete menschliche Nutzung weiterhin zulassen – etwa Land- oder Forstwirtschaft. Das kann den Nutzen für Flüsse einschränken. Zusätzlich zu strengeren Regeln plädieren die Forschenden daher für besser abgestimmte Managementkonzepte, die lokale Gemeinschaften einbeziehen und die Bedürfnisse der Gewässer explizit berücksichtigen.

Mit Blick auf internationale Biodiversitätsziele – etwa die Vereinbarung, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Erdoberfläche unter Schutz zu stellen – zeigt die Studie, dass reine Flächenziele nicht genügen, wenn die Qualität und Ausgestaltung des Schutzes unzureichend sind. „Unsere Arbeit macht deutlich, dass es nicht nur darauf ankommt, wie viel Fläche geschützt wird, sondern wie diese Gebiete gestaltet und vernetzt sind“, erklärt Haase. „Nur ein ganzheitlicher Ansatz kann den Rückgang der Artenvielfalt in Flüssen stoppen – und damit auch positive Effekte für angrenzende Land- und Meeresökosysteme entfalten.“

„Unsere Studie eröffnet wichtige Perspektiven für Politik und Naturschutz“, ergänzt Sinclair und schließt: „Zukünftige Schutzstrategien sollten stärker auf gesamte Flusseinzugsgebiete ausgerichtet werden. Dazu gehören Maßnahmen gegen Verschmutzung, eine nachhaltige Landnutzung und die Wiederherstellung natürlicher Flussverläufe. Nur so können Schutzgebiete ihre volle Wirkung für die Gewässer und ihre wertvollen Lebensgemeinschaften entfalten.“

Die Originalstudie (engl.) kann hier heruntergeladen werden.

Der Pützertbach – ein „kleines“ Beispiel fürs Ganze aus Rheinland-Pfalz

Luftbildauszug von einem Abschnitt des Pützertbaches, Teil eines FFH-Gebietes in Rheinland-Pfalz (Einzelheiten siehe Text)

 

Welch wilde Blüten die Abgrenzung von Schutzgebieten in Deutschland treibt und wie weit der Weg zu funktionsfähigen Fließgewässersystemen ist, kann sehr gut ein Beispiel aus einem FFH-Gebiet in Rheinland-Pfalz verdeutlichen. Es geht um das Gebiet „Obere Kyll und Kalkmulden der Nordeifel“ (DE5605306). Das FFH-Gebiet liegt im nördlichen Rheinland-Pfalz und besteht unter anderem aus mehreren isolierten Fließgewässerabschnitten, die in der West-Ausdehnung über einen Raum von ca. 30 km streuen und insgesamt eine Fläche von ca. 1326 ha umfassen.

Der Abbildung ist zu entnehmen, dass die Grenze des FFH-Gebietes an etlichen Stellen neben dem Fließgewässer liegt, welches eigentlich geschützt werden soll. Schaut man sich die Grenzen genauer an, so stellt man fest, dass das Gebiet an seiner schmalsten Stelle 49 cm (!!) breit ist. Eine solche Grenzziehung ist in keiner Weise sachgerecht und geradezu lächerlich. Um den Unernst einer solchen Gebietsabgrenzung auf die Prüfung von Plänen und Projekten in einer FFH-Verträglichkeitsprüfung zu übertragen, folgt daraus, dass die hier charakteristischen Tierarten wie Fischotter oder Biber nur teilweise vom Habitatschutz profitieren, wenn sie quer im Gewässer liegen, weil die bis 135 cm langen Biber bzw. bis 140 cm langen Fischotter dann vorne und hinten aus dem Gebiet heraushängen.

Wer seine Gebiete schon so abgrenzt, hat mit Naturschutz und dem Schutz der Biodiversität nicht viel im Sinn.

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