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Antrag auf Abtorfung im Großen Moor (Landkreis Vechta)

Dr. Matthias Schreiber

Bis zum 22.04.2022 konnten Einwendungen zu einem Antrag auf Abtorfung für eine Fläche von ca. 80 ha Moor im Landkreis Vechta erhoben werden. Das Umweltforum Osnabrücker Land e.V. hat dazu eine lange Kritik an dem Vorhaben eingereicht. Immerhin geht es um mehr als 1.000.000 m³ Torf, die auf dieser Fläche entnommen werden sollen. Der darin derzeit noch gebundene Kohlenstoff würde durch den Abbau und die Verwendung im Gartenbau über kurz oder lang als klimarelevantes Gas in der Atmosphäre landen.

Nach Ansicht des Umweltforums ist es mittlerweile aus Gründen des Klimaschutzes völlig untragbar, dass es zu weiteren Abtorfungen kommt. Die vom Unternehmen vorgelegten Unterlagen arbeiten diesen Sachverhalt in völlig unzureichender Weise auf. Darauf wird in der Stellungnahme ausführlich eingegangen.

Darüber hinaus erweisen sich die Antragsunterlagen auch in sonstiger Hinsicht als völlig ungeeignet, um das Vorhaben genehmigen zu können. So sind die Erfassungen zu europäisch geschützten Arten mittlerweile acht Jahre alt und völlig veraltet oder fehlen ganz wie z.B. zu der Gruppe der Fledermäuse. Die Erfassungen sind überdies unvollständig. Die Gutachter machen sich dadurch einen schlanken Fuß, indem sie auf eine in Nordrhein-Westfalen übliche Beschränkung der zu untersuchenden Vogelarten zurückgreifen. Das war schon immer europarechtswidrig, spätestens nach der EuGH-Entscheidung C-473/19 sollte dies aber allen klar geworden sein. Wenn aber die Daten unvollständig und veraltet sind, kann nicht einmal von einer vollständigen Kompensation der Eingriffe ausgegangen werden.

Apropos Kompensation: Der Abbauantrag sieht eine sogenannte „Klimakompensation“ vor, die in der Vernässung der Flächen nach dem Abbau besteht und dabei auf ein Konzept von Nabu und IVG (Industrieverband Garten e.V.) zurückgreift. Den Prioritäten des Klimaschutzes wird man damit aber bereits im Ansatz nicht gerecht: Denn danach sind kurzfristig alle Vermeidungsoptionen zu ziehen, um das Überschreiten von Kipppunkten zu verhindern. Nach den Vorstellungen des Nabu/IVG-Konzeptes wird es jedoch kurzfristig zum weiteren großmaßstäblichen Torfabbau und damit zur Freisetzung von klimaschädlichen Treibhausgasen kommen, während sich deren Kompensation durch Wiedervernässung der Abbauflächen über Jahrhunderte hinziehen wird – wenn sie denn unter den geänderten Klimabedingungen überhaupt funktionieren werden.

Der weitere Torfabbau konterkariert deshalb alle aktuellen Klimaschutzbemühungen! Deshalb hat das Umweltforum auch die anderen Umweltorganisationen zur Unterstützung bei der Verhinderung weiterer Abtorfungen aufgerufen.

Es soll noch viel schlimmer werden!

Wertet man die aktuellen Fassungen der Regionalen Raumordnungsprogamme (RROP) der Landkreise Vechta und Osnabrück aus, dann steht dem Großen Moor noch Schlimmes bevor. Die Karte beschreibt die aktuelle Situation und die bisher bestehenden Planungsabsichten.

Dargestellt sind die laufenden Abtorfungen, die in den Landkreisen Osnabrück und Vechta z.T. bis 2042 dauern werden. Besonders hervorzuheben sind die Eingriffe in das NSG „Dievenmoor“. Für den Landkreis Vechta liegen zur Dauer bis jetzt noch keine entsprechenden Informationen vor.

Die aktuell in Abtorfung befindlichen Flächen umfassen im Landkreis Osnabrück eine Fläche von knapp 180 ha zuzüglich ca. 6 ha im NSG „Dievenmoor“. Hier sind ebenfalls hinzuzurechnen etwa 70 ha, auf denen zuerst der Torf gewonnen wird, um anschließend Kies abbauen zu können.

Im Landkreis Vechta sind aktuell etwa 350 ha betroffen.

Darüber hinaus sehen die RROP diese zusätzlichen Flächen für einen weiteren Abbau vor:

Im Landkreis Osnabrück: gut 330 ha

Im Landkreis Vechta: ca. 410 ha

Hinweis zu den Flächenangaben: Die Flächengrößen sind nicht quadratmetergenau zu verstehen. Sie wurden anhand der Luftbilder, z.T. anhand der Genehmigungen und durch zusätzliche Inaugenscheinnahme abgegrenzt, die Flächen in den RROP sind vom Ansatz her nicht quadratmeterscharf abgegrenzt. Ungenauigkeiten dürften aber dennoch im kleinen einstelligen Prozentbereich liegen und sind damit für die hier angestellten Betrachtungen vernachlässigbar

Alles in allem summieren sich die Flächen mit laufenden Abtorfungen bzw. im Weiteren dafür vorgesehenen Bereichen auf zusammen ca. 1346 ha. Überträgt man die bilanzierte Torfmenge aus dem aktuellen Abbauantrag auf diese Gesamtfläche, so wurden in den vergangenen Jahren bzw. werden in den nächsten Jahrzehnten allein aus dem Bereich des Großen Moores die klimarelevanten Gase aus fast 18.000.000 m³ Torf freigesetzt. Bei einem Kohlenstoffanteil von ca. 70 kg/m³ resultieren daraus ca. 4.500.000 t CO2. Obendrauf kommt noch das, was in den zurückliegenden Jahrzehnten abgebaut wurde, z.B. aus dem NSG „Venner Moor“.

Anstatt die Freisetzung durch Abtorfung fortzusetzen und sogar weiterhin zum Ziel der Raumordnung zu erklären und damit die sonstigen Bemühungen zum Klimaschutz ad absurdum zu führen, ist es das Gebot der Stunde, diese Flächen konsequent so zu vernässen, dass der im Boden befindliche Kohlenstoff gebunden und weiterer durch Moorwachstum der Atmosphäre entzogen wird.

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