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Zwischen „Letzter Generation“ und „privat nachhaltig leben“

Dr. Matthias Schreiber

Seit einigen Wochen machen Aktionen der sogenannten „Letzten Generation“ von sich reden, die auch als Ausdruck der Unzufriedenheit mit (vermeintlich) ausbleibenden Erfolgen der Fridays for Future-Bewegung (F4F) gesehen werden. Die Aktionen erzielen mit beschmierten Kunstwerken sowie auf Kreuzungen und an Bilderrahmen oder in Museen angeklebten Aktivistinnen und Aktivisten hohe mediale Aufmerksamkeit. Die eigentliche Absicht, auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen und teilweise auch ganz konkrete, kleinteilige Forderungen zu transportieren (9-Euro-Ticket; keine Verschwendung von Lebensmitteln, Tempo 100 auf Autobahnen, oft auch verbunden mit grundsätzlicher Kritik an bestehenden politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen), geraten jedoch zunehmend in den Hintergrund. Denn die begleitende Diskussion fokussierte schon bald vor allen Dingen darauf, ob Kunstwerke beschädigt worden sind oder Verkehrsbehinderungen zur Behinderung von Rettungseinsätzen geführt haben oder führen könnten und ob diese Aktionsformen – ungeachtet der Motivation der Täter – deshalb überhaupt legitim seien.

Die Aktionen der „Letzten Generation“, auf der A33 in der Ausprägung von Baumbesetzern aktiv, stellen das eine Ende im Spektrum der Reaktionen dar, um auf die bedrohlichen Umweltkrisen zu reagieren (Klima, Artensterben). Am „anderen Ende der Skala“ stellen Menschen für sich – ohne viel Aufhebens – ihr Leben im Privaten konsequent um. Sie verzichten ganz oder teilweise auf tierische Produkte, sparen Rohstoffe, wo es geht, benutzen konsequent das Fahrrad und den ÖPNV und ergreifen Energiesparmaßnahmen, soweit es die wirtschaftliche Lage zulässt.

Am Bedarf vorbei

Demonstration von Fridays for Future auf Spiekeroog (September 2021)

Beide Aktionsformen werden dem realen Handlungsbedarf jedoch nicht mehr gerecht. Dies gilt mittlerweile auch für die F4F-Demonstrationen. Sie haben das, was man damit erreichen kann, längst erreicht. Bestätigt durch katastrophale Hochwasserereignisse, überheiße Sommer und Trockenheit ist das Problem der Klimakrise breit im Bewußtsein der Bevölkerung angekommen. Medien haben teilweise feste Rubriken zum Thema Klima eingerichtet, in denen täglich aktuell berichtet wird. Der Gesetzgeber hat – zusätzlich beschleunigt z.B. durch den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts – hochgesteckte Ziele in Programmen und Gesetzen formuliert. Solange deren Umsetzung aber nicht in Sicht ist, ist es müßig, für noch höhere Zielmarken zu protestieren.

Die Aktionen der „Letzten Generation“ haben sich bereits nach wenigen Wochen totgelaufen, denn die Diskussion darum konzentriert sich auf die Frage, ob man für das, was täglich gut aufbereitet in den Medien nachzulesen ist, eigentlich andere, ebenso empfindliche Schutzgüter beschädigen darf. Im Übrigen verbindet sich mit dem Auftreten dieser Bewegung ein anmaßendes und wirklichkeitsfremdes Politik- und Gesellschaftsverständnis, das offenbar die sofortige und vorrangige Umsetzung der eigenen Forderungen erwartet. So etwas mag in totalitären Systemen funktionieren. In entwickelten, demokratischen Gesellschaften sind dabei jedoch – aller Dringlichkeit zum Trotz – die dafür vorgesehenen Mechanismen und Entscheidungswege einzuhalten. Dies gilt auch dann, wenn Einigkeit über die Ziele besteht. Denn üblicherweise gibt es für deren Verwirklichung nicht den einen richtigen Weg und es sind konkurrierende Belange und andere Interessen zu berücksichtigen.

Ebenso wenig führt der Weg ins Private zum Ziel. Das liegt allein daran, dass es viel zu wenige sind, die diesen Weg konsequent durchhalten. Die allermeisten werden ihre ganz persönliche Lebensweise dagegen nur dann anpassen, wenn dafür die erforderlichen Anreize geschaffen sind oder Ge- und Verbote es erfordern.

Es fehlt an Aktiven für die Arbeit in der Breite!

Pflegeeinsatz zur Renatuierung des Venner Moores (Landkreis Osnabrück)

Zwischen schrillem Aktionismus und dem Rückzug ins Private, also genau da, wo die meiste Arbeit für die Abwendung der großen Umweltkrisen geleistet werden muss, tut sich allerdings nach wie vor eine breite Kluft auf: Es fehlen Aktive! Die großen Ziele, die auf Bundes- oder Landesebene in Programme und Gesetze geschrieben wurden, müssen am Ende vor Ort umgesetzt werden. Sie erfüllen sich nicht von allein und oft auch nicht in kurzer Zeit. Sich irgendwo hinkleben, hilft hier gar nichts!

Für die Kleinarbeit vor Ort fehlt es an allen Ecken und Enden an Menschen, die auf dieser Ebene an der Bewältigung unserer Umweltkrisen mitarbeiten wollen. Die damit verbundene Arbeit kann nicht allein auf „die Politik“ (die hier ehrenamtlich arbeitet) oder „die Verwaltung“ (die mit Pflichtaufgaben ausgefüllt ist) abgeschoben werden. Hier ist zusätzlich bürgerliches Engagement unverzichtbar, wie es z.B. in Umweltorganisationen geleistet wird. Diese Arbeit ist zwar mühselig, kleinteilig und langwierig. Man kommt damit auch nicht täglich in die Zeitung, Erfolge stellen sich oft erst nach Jahren und in kleinen Schritten ein. Es gibt dafür in vielen Fällen keinen fertigen Ablaufplan, sondern die Lösungen müssen von Fall zu Fall entwickelt werden. All das macht aber gleichzeitig auch den Reiz dieser Arbeit aus. Werden gesetzte Ziele konsequent verfolgt, stellen sich mit der Zeit auch entsprechende Erfolge ein, wie die Arbeit des Umweltforums Osnabrücker Land zeigt:

Beharrliche Arbeit zeitigt Erfolge!

Windpark Ahrensfeld/Wittefeld (Bramsche, Landkreis Osnabrück)

Durch konsequente Begleitung von Genehmigungsverfahren für Tierhaltungsanlagen seit 2010 sind die Schweinehalter in der Region nicht zu Hafermilchproduzenten geworden. Wir konnten jedoch erreichen, dass mittlerweile hohe Standards bei den Genehmigungsverfahren dafür sorgen, dass Emissionen aus der Tierhaltung zumindest bei Neugenehmigungen eingegrenzt wurden. Bei der Realisierung von Umbauvorhaben aus Gründen des Tierwohls hat sich daraus ein bundesweit viel beachteter Verfahrensweg entwickelt.

Bei der Realisierung von Windparks haben wir durch Klagen und Vereinbarungen mit Projektierern an der Etablierung einer Genehmigungspraxis mitgewirkt, bei der auch die Belange des Artenschutzes in beispielhafter Weise etabliert wurden und mit denen auch die Betreiber der Anlagen leben können.

Es bedurfte jahrzehntelanger Bemühungen, damit der Moorschutz auch auf Ebene des Landkreises prominent mit einer eigenen Koordinierungsstelle und mit vielversprechenden Haushaltsmitteln etabliert wurde.

Auch die Sicherung der Grünen Finger in der Stadt Osnabrück gehört zu den Erfolgen dieser Arbeit, die nicht an einem Tag erledigt war und die Mitarbeit vieler Aktiver erforderte.

Es bleibt viel zu tun – und zwar auf Dauer!

Überflutungen auf einer Fläche in Badbergen, die als Gewerbegebiet geplant war.

Es bleiben jedoch weiterhin viele ganz konkrete Baustellen, auf denen intensiv weiter gearbeitet werden muss, denn auch vor Ort erweist sich der Fortschritt in Sachen Klima- und Biodiversitätsschutz als Schnecke!

Moorschutz ist Klimaschutz

Unmittelbar klimarelevant ist unser Anliegen, Abtorfungen der letzten Moorreste so bald wie möglich zu stoppen, denn die damit verbundene Freisetzung des derzeit noch gebundenen Kohlenstoffs ist genauso fatal wie das Verbrennen von Öl oder Kohle und führt andere Einsparungsbemühungen ad absurdum. Dazu hat sich eine kleine Arbeitsgruppe gebildet.

Ausbau der Erneuerbaren

Es ist unstreitig, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien (insbesondere Windkraft und Photovoltaik) weitergeführt werden muss. Dem darf allerdings nicht alles andere untergeordnet werden. Die brachiale, europarechtswidrige Gesetzgebung aus dem Hause Habeck (Osterpaket) droht den im Landkreis Osnabrück seit mittlerweile über sechs Jahre etablierten Ausgleich zwischen Artenschutz und Windkraftausbau wieder infrage zu stellen. Es sind deshalb neue Konflikte zu erwarten, in denen wir Belange des Artenschutzes erneut werden verteidigen müssen.

Wasser

Trotz mehrerer trockener Jahre hintereinander gibt es weiterhin Begehrlichkeiten für zusätzliche Wasserentnahmen und nur wenige Initiativen, Wasser konsequent in der Landschaft zurückzuhalten. Gleichzeitig gibt es nach wie vor Bestrebungen, an hochwassergefährdeten Standorten zu bauen und das trotz der steigenden Gefahr außergewöhnlicher Hochwassersituationen.

Kompensationsflächen

Die Kompensationsmaßnahmen, die für Eingriffe in Natur und Landschaft durchzuführen sind, können einen Baustein bei der Sicherung der Artenvielfalt in unserer Landschaft darstellen. Ob sie es wirklich sind, kann derzeit aber niemand wirklich beurteilen, weil ein umfassender Überblick über Grad und Qualität der Umsetzung fehlt.

Niedersächsischer Weg

Unser Bundesland hat sich in Sachen Naturschutz auf den „Niedersächsischen Weg“ begeben, auf dem ein breites Spektrum an Maßnahmen zur Förderung des Naturschutzes verwirklicht werden soll. Ob, wo und wie sie bei uns in der Region wirksam realisiert werden, ist bisher nicht absehbar und muss aufmerksam verfolgt werden.

Für die Begleitung all dieser Themenbereiche suchen wir Aktive, denen Kleben aus Gründen der Hautgesundheit und auch sonst zu weit geht, der Rückzug ins Private aber zu wenig ist.

Auch wenn wir die Zeit für vieles eigentlich nicht mehr haben, erfordern es die Verhältnisse, dass wir sie uns nehmen.

Wenn Sie mitmachen wollen, sprechen Sie uns an! Gleichgesinnte treffen sich hier, hier und hier.

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