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Das Umweltforum sieht zum Sandabbau in Vechtel erheblichen Klärungsbedarf

Dr. Matthias Schreiber
Schon im August 2024 hat das Umweltforum ausführlich zum Sandabbauvorhaben der Firma Schulte Bauunternehmen GmbH, Lähdener Straße 16, 49740 Haselünne, in Vechtel in der Gemeinde Bippen Stellung bezogen. Bemängelt wurde, dass die beantragte Fläche zwar Vorranggebiet für Forstwirtschaft, Erholung, Natur und Landschaft und Trinkwasser ist, nicht jedoch für die Rohstoffgewinnung. Zwar werde der hohe Sandbedarf geltend gemacht, welcher das genau sein soll, wurde aber nicht dargelegt, ebenso wenig, ob der nicht auch anderswo und vor allem näher an den Standorten des Bedarfs gedeckt werden könne, um das damit verbundene Verkehrsaufkommen zu minimieren. Das sei auch aus Gründen des Klimaschutzes relevant.
Sehr kritisch wird die unmittelbare zum FFH-Gebiet „Swatte Pöhle“ gesehen. Denn durch das Vorhaben ist nicht nur eine Gefährdung des Gebietes selber ausgeschlossen, nicht berücksichtigt wurde außerdem ein nicht von den Gebietsgrenzen umfasstes Teilgebiet nahe am Abbau. Die Untersuchungen zu den Auswirkungen auf den Wasserhaushalt sind nicht aussagekräftig. Die hydrologischen Verhältnisse des NSG „Swatte Poele“ und seines nahen Umfeldes bleiben weiterhin weitgehend im Dunkeln. Der vorgesehene Sicherheitsabstand wird deshalb als nicht ausreichend angesehen.
Für die Berücksichtigung des Artenschutzes fehlen geeignete Kartierungen. Die Untersuchungen zu Fledermäusen und Vögeln weisen nämlich Lücken auf. Bei den Amphibien wird verkannt, dass ein Teil des zu erwartenden Artenspektrums charakteristisch für das FFH-Gebiet ist. Werden sie durch den Abbau geschädigt, weil z.B. ihre Landlebensräume zerstört werden, beeinträchtigt das auch das FFH-Gebiet.
Es fehlen außerdem Ausführungen zum Klimaschutz. Dem muss heutzutage bei allen Vorhaben ein besonderes Gewicht zukommen, dies gilt besonders bei Eingriffen in Wälder.
Alles in allem bleiben erhebliche Fragezeichen zu diesem Antrag. Das Umweltforum geht davon aus, dass es mindestens zu einer gründlichen Nachbearbeitung der Unterlagen kommt. Noch besser wäre es, wenn der Landkreis Osnabrück das Ansinnen gleich ganz ablehnt.
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