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Wilde Weiden in Wasserhausen und umzu

 

Rolf Wellinghorst

Von großen Pflanzenfressern bewohnte „Wilde Weiden“ sind seit Millionen Jahren prägend für unsere Landschaft und ihre Lebensgemeinschaften wilder Pflanzen und Tiere. Mit der Sesshaftwerdung der Menschen in der Jungsteinzeit vor etwa 6000 Jahren lösten Zuchtformen von Auerochse, Wildpferd oder Wildschwein ihre zu den Wildtieren gehörenden Vorfahren nach und nach ab. Ganzjahresbeweidung der Wälder durch die Kühe, Ochsen, Rinder, Pferde, Fohlen oder Schweine der Bauern im Artland formte jetzt unsere Landschaft. Die Naturlandschaft wurde zur Kulturlandschaft. Das zunächst noch von Wäldern geprägte Landschaftsbild lockerte sich insbesondere in den letzten 1000 Jahren immer mehr auf, was zunächst sogar zur Erhöhung der Biodiversität führte. Mit dem Niedergang der großflächigen extensiven Weidewirtschaft durch die Markenteilungen verringerte sich die Biodiversität dann wieder. Durch Flurbereinigung, Entwässerung und insbesondere und auch den Einsatz von Stickstoffdünger kam es in den letzten 100 Jahren und insbesondere nach dem 2. Weltkrieg zu einem dramatischen Artenschwund, dessen trauriges Ergebnis wir heute täglich sehen. Ein in den 1970er Jahren auf etwa 16000 Hektar im Artland großflächig geplantes Flurbereinigungsprojekt konnte glücklicherweise verhindert werden. Ein Weckruf an alle Politiker des Landkreises Osnabrück (siehe Beitrag Lebensraum Artland) trug damals zusammen mit weiteren ökologischen Gutachten zu dieser Entscheidung bei und viele Jahre später wurden aufgrund ihrer hohen Wertigkeit sogar einige Gebiete wie die Artlandbäche als FFH-Gebiet ausgewiesen. Die Regionale Arbeitsgemeinschaft Naturschutz im Artland (RANA) mit ihrem Vorsitzenden Michael Weinert kämpft ebenfalls seit Jahrzehnten für den Erhalt der noch wertvollen Gebiete, besonders der Grünlandflächen. Bis Ende 2024 konnte RANA 225,6 Hektar Grünland durch Verpachtung und Bewirtschaftungsauflagen in ihrer Biodiversität erhalten oder auch extensivieren. 18 Feuchtbiotope und 7 Blänken befinden sich auf den RANA-Eigentumsflächen, 16 Feuchtbiotope und 14 Blänken liegen auf angepachteten Flächen. Dies ist zwar für die ehrenamtlich tätigen RANA-Mitglieder ein toller Erfolg, für die Biodiversität im Artland insgesamt aber ein Tropfen auf den heißen Stein. Leider haben auch bei unseren Regionalpolitikern mehrheitlich immer noch die wirtschaftlichen Interessen Vorrang vor ökologischen Notwendigkeiten und das, obwohl spätestens seit der Veröffentlichung von Büchern wie „Die Grenzen des Wachstums" jeder wissen sollte, dass es grenzenloses Wachstum auf unserer Erde nicht gibt. Warum knüpft die Mehrheit unserer Regionalpolitiker eine lebenswerte Zukunft bei jeder ihrer Entscheidungen immer wieder an wirtschaftliches Wachstum und warum opfert sie auch 2025 immer noch unsere letzten ökologischen Schätze mit dem Versprechen, dauerhaftes wirtschaftliches Wachstum sei möglich. Prof. Dr. Herbert Zucchi, einer der profiliertesten Köpfe beim Kampf um den Erhalt intakter Lebensräume im Landkreis Osnabrück, brachte es als Träger des Landschaftspreises 2025 beim Landschaftstag 2025 in der Osnabrücker Lagerhalle auf den Punkt: "Diejenigen, die an unbegrenztes Wachstum glauben, sind entweder Ökonomen oder Dummköpfe oder Beides".

Ein ausführlicher Beitrag mit dem Thema "Wilde Weiden in Wasserhausen und umzu" kann unter diesem Link abgerufen werden.

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